Für Spieler klassischer Shooter ist die Steuerung zunächst ungewöhnt. So steuert man seine Figur stets über die Schulter hinweg, gezielt wird per Laserpointer, einen Fixpunkt zum Anvisieren gibt es nicht – lediglich die Scharfschützengewehre stellen das übliche Zielfernrohr zur Verfügung. Ebenfalls sehr ungewohnt: Zum Zielen und Schießen wird zwanghaft stehengeblieben. Das mutet gerade in einem Zombieshooter erstmal äußerst dämlich an – gestaltet sich aber letztendlich doch nicht besonders problematisch, da die meisten Viecher (ganz im Gegensatz zu Left 4 Dead) doch recht träge sind. Einige wenige Ausnahmen bilden dann einen durchaus willkommenen Weckruf am Bildschirm ;-)
Grafik und Sound sind für einen aktuellen 360-Titel erwartungsgemäß hervorragend, insbesondere die sehr häufigen und wahrhaft künstlerisch in Szene gesetzten Cutscenes sind hervorragend. Allein deren bloße Anzahl lässt sie seit Jahren diesbezüglich trocken laufenden PC-Spieler vor Neid erblassen; gute Synchronisation (gemeint ist dabei die englische Originalvertonung) und brilliante Animation setzen diesem Umstand gekonnt die technische Krone auf – nur Final Fantasy mag noch detailverliebter sein. Auch die sog. Quick Time Events peppen die Videos deutlich auf und bestrafen jene, die erschöpft ihren Controller zur Seite gelegt haben… ;-)
Die Story ist altbekannt und nichtsdestotrotz auch für Abstinenzler sehr schnell zusammengefasst: In einem Beinahe-Endzeitszenario entwickeln und verkaufen große Forschungskonzerne aggressive und mutagene Viren als Biowaffen an jeden, der genug bezahlen mag. Was daraus entsteht ist leicht vorzustellen, man bemühe Google um die Geschichte von Raccoon City.
Aktuell erfährt man im fünften Teil von der Entwicklung des Virenstrangs Uroboros und in diesem Zusammenhang auch, wie Chris Redfields liebster Gegenspieler Albert Wesker zu seiner vampirhaften Stärke und Schnelligkeit gelangte.
Insgesamt kann man so mindestens anderthalb Stunden (resi done quick ;-) gut unterhalten verbringen – normalerweise eher fünf bis sieben Stunden.
Auch beim Gameplay kriegt der Spieler einiges geboten: Das Waffenarsenal ist ansehnlich und die meisten Waffen können durch direkte Infusion von reichlich Geld aufgerüstet werden; eine Verdreifachung des Schadens und Verzehnfachung der Magazingröße ist so keineswegs ausgeschlossen ;-) Als kleines Special kommt auch im fünften Teil wieder die Option für unendliche Munition hinzu – von der vor allem in höheren Schwierigkeitsgraden profitiert wird. (Ja, so ein Infinite Rocket Launcher verkürzt die eine oder andere Diskussion enorm :D )
Fazit: Ein Toptitel, der von mir zu Unrecht beinahe verschmäht wurde. Action nonstop, tolle Grafik und superbe Cutscenes gepaart mit ausgeschlafener Steuerung und flüssigem Gameplay. Auch wenn man sich als Fadenkreuz-Liebhaber zunächst stark an RE5 gewöhnen muss, hakt und stockt hier nichts – so soll es sein.
Eine klare Empfehlung und zumindest die paar Bucks fürs Ausleihen aus der Videothek ist es allemal wert. Bugs sind uns übrigens keine aufgefallen.
(Bilder © GameSpy)